KGV Kulturfahrt

 Traditionelle dreitägige Sommer – Kultur – Ausfahrt des KGV Geislingen

 

 Maulbronn, Bruchsal, Speyer, Schwetzingen, Heidelberg, Bad  Wimpfen

 

Das seit 1993 als UNESCO – Welterbe klassifizierte Kloster  Maulbronn gilt als die am besten erhaltene mittelalterliche Klosteranlage  nördlich der Alpen und repräsentiert alle Stilrichtungen mit ihren unterschiedlichen Entwicklungsstufen von der Romanik bis in die Spätgotik.

Die Begehung der einzelnen Gebäude mit ihren unterschiedlichen klosterspezifischen  Räumlichkeiten ließ uns die Entwicklung nachvollziehen: das  Zistezienserkloster ab 1147, die Besetzung durch Herzog Ulrich von Württemberg im Jahre 1504, die Plünderung im Bauernkrieg 1525 bis zur Vertreibung der Mönche als Folge der Einleitung der Reformation durch Herzog Ulrich aus Glaubensgründen wie auch aus politischem Kalkül. So installierte er ab 1556 ein neues und  wegweisendes System der Klosterschulen. Begabte Jungen wurden auf das Theologiestudium vorbereitet, um den Bedarf an evangelischen Geistlichen im Sinne des Herzogs zu decken.

Das heutige evangelische  Seminar Maulbronn als altsprachliches Gymnasium für die Klassen 9 bis 12 steht in der Tradition der württembergischen Klosterschulen als gemeinsame Einrichtung der evangelischen Landeskirche und des Landes Baden – Württemberg.

     

                                                                                                                                     

 

Zum Kontrastprogramm wurde in Bruchsal die Besichtigung des barocken Residenzschlosses der Fürstbischöfe von Speyer.

Im Hochstift Speyer hinterließen die Truppen König Ludwig XIV von Frankreich während des Pfälzischen Erbfolgekriegs eine breite Schneise der Zerstörung. Auch der Bischofspalast und Teile des Doms brannten ab. Speyer war eine freie protestantische Reichsstadt mit einem schwierigen Verhältnis zu den Fürstbischöfen, so dass sich Damian Hugo von Schönborn entschied, ab 1722 seine neue Residenz in Bruchsal errichten zu lassen. Sein zur gleichen Zeit in Würzburg residierender Bruder vermittelte ihm Balthasar Neumann als Architekt. Das Treppenhaus in der Würzburger Residenz  entstand vier Jahre nach dem in Bruchsal. Für viele Bauvorhaben empfahlen sich die verwandten Fürstbischöfe Schönborn in Würzburg, Bamberg, Speyer, Mainz, Trier gegenseitig Architekten und Künstler,

Auf unserem Rundgang durch die Residenz vollzogen wir den Übergang von barocker Pracht zur Leichtigkeit, Eleganz und Überschwänglichkeit des Rokoko nach.

Das Schloss beherbergt auch das Deutsches Musikautomaten – Museum mit der europaweit größten Ausstellung selbstspielender Instrumente. Von den über 300 klingenden Exponaten einer  dreihundert jährigen Musikgeschichte wurden uns mehrere vorgespielt. Welch ein Kontrast!

                                                     

In den 1020er Jahren begann  Konrad II mit dem Bau des Speyerer Domes in dem Ehrgeiz, die größte Kirche seiner Epoche zu errichten, um seinen religionspolitischen Machtanspruch gegenüber dem Papsttum zu demonstrieren. 1061 wurde das monumentale Bauwerk eingeweiht. Die Krypta, 1041 eingeweiht und damit der älteste Bauteil des Doms, ist die Ruhestädte von acht salischen und habsburgischen Kaisern und Königen, vier Königinnen und der Speyerer Bischöfe.

Das UNESCO Welterbe Dom zu Speyer gilt als weltweit größte romanische Kirche.

Im „Museum der Pfalz“ vertiefen, ergänzen  und illustrieren Exponate aus 1000 Jahren Kirchengeschichte  im Rahmen der Ausstellung „ Kreuz und Krone“ den gewaltigen  Eindruck des Domes.

In der Ausstellung „Versunkene Geschichte, Archäologie an Rhein und Neckar“ erlebten wir im Reiß – Engelhorn – Museum in Mannheim anhand außergewöhnlicher Originalfunde eine Zeitreise von der Steinzeit bis ins frühe Mittelalter nach. Unser Rundgang führte uns durch die Bereiche „MenschenZeit“, „Innovation Metall“, „Ein Hauch von Rom“, „Wilde Völker“.

Im Mittelpunkt des dritten Tages stand die wohl berühmteste Ruine Deutschlands –  das Heidelberger Schloss. Fast drei Jahrhunderte diente es als prächtige und repräsentative Residenz der Kurfürsten von der Pfalz und war mit seinen Renaissance – Palästen und deren prächtigen Innenräumen ein wichtiges Zentrum des höfischen Lebens im Heiligen Römischen Reich. Während des pfälzischen Erbfolgekrieges (1688 – 1697)  wurden wesentliche Bereiche des  Schlosses von französischen Pionieren gesprengt.

                                 

Zum überzeitlichen Symbol für die Größe wie auch die Vergänglichkeit menschlichen Schaffens  wurde die Ruine in der Epoche der Romantik stilisiert. Das Zusammenspiel der beeindruckenden Architektur, der stimmungsvollen Einbettung in die umgebende Natur sowie die  bezaubernde Lage oberhalb des Neckars machen die Ruine bis heute zum Sinnbild der Romantik.

Die Führung durch den Apotheken – Garten mit Heilpflanzen, die schon im 16. Jahrhundert am Schlossberg angepflanzt wurden, und durch das Deutsche Apotheken – Museum gab uns Einblicke in die Geschichte der Pharmazie von der Antike bis ins 21. Jahrhundert.

               

Mit der Stauferpfalz Wimpfen, deren Bauarbeiten unter Friedrich I. Barbarossa (1152 – 1190) begannen, kehrten wir zum Abschluss wieder in das Hochmittelalter zurück. Mit 215 Metern Länge, bis zu 88 Metern Breite und ursprünglich drei Bergfrieden ist sie die größte staufische Pfalzanlage in Deutschland.

                                                                                                     

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