Kulturfahrt 2022

KGV Geislingen im Südschwarzwald und in Straßburg

  

 

Wohnen, Arbeit, Lebensweisen – Wandel und Entwicklung über Jahrhunderte standen im Mittelpunkt des ersten Teils der Fahrt.

Die Führung durch den Vogtsbauernhof machte hautnah Grundlagen, Arbeitsweisen, handwerklich – bäuerliche Lebenswelten der verschiedenen Schwarzwaldregionen und vor allem das Zusammenleben von Menschen nachvollziehbar. Dieses Leben war geprägt durch die Starrheit der Alltagsregeln, durch soziale Kontrolle zusammen mit der beherrschenden Macht von Tradition und Kirche

 

In Furtwangen demonstriert das Uhrenmuseum Erfindergeist, Phantasie und Innovationsfähigkeit der Menschen, um ein über die karge Wald – und Landwirtschaft hinausreichende Lebensbasis zu schaffen, Das Museum widmet sich der Geschichte der Zeitmessgeräte und deren Entwicklung von der handwerklichen zur industriellen Uhrenproduktion. Unser Rundgang zeigte uns die Geschichte von Uhr und Zeit bis zur Industrialisierung: Schwarzwalduhren, Taschen- und Armbanduhren, moderne Entwicklungen und die Kombination Uhr und mechanisches Musikinstrument.

 

 

Zell im Wiesental lockte uns als Geburtsort von Constanze Mozart, geborene Weber, wie auch mit seinem Textilmuseum. Wir erfuhren Wissenswertes über Handwebstühle und deren Einsatz in ländlichen Anwesen, über erste Fabriken mit Handspinnereien und Handwebereien sowie mit der Wasserkraft des Flusses „Wiese“ angetriebene Webstühle. Auch soziale Aspekte  wie Frauen – und Kinderarbeit wie auch die langen Arbeitszeiten und harten Arbeitsbedingungen waren thematisiert.

An Stationen wurde  die Textilherstellung, angefangen mit der Aufarbeitung der Baumwollfaser, über die Spinnerei, das Spulen, Schären und Schlichten bis hin zum Weben, Bleichen und Färben, gezeigt. In diesem „lebenden“ Museum wurden uns diese Webstühle nacheinander vorgeführt.

Der zweite Teil der Kulturfahrt startete im literarischen Museum „ Tschechow – Salon“. Hier  ließ sich nachvollziehen, weshalb Schriftsteller:innen und Dichter:innen ( 28 Persönlichkeiten) des In – und Auslandes seit 200 Jahren im Heilbad Badenweiler ihre Spuren hinterlassen haben und wie das Netzwerk von Kultur und Kunst grenzüberschreitend wirken konnte.

Mephisto höchstpersönlich gestaltete eine fesselnde Stadtführung durch die  „Fauststadt Staufen“: er nahm uns mit Goethes Originaltexten und schauspielerisch brillant auf eine Zeitreise durch die Staufener Historie bis zurück ins Jahr 1539 mit und thematisierte darüber hinaus die Verbindung zwischen dem historischen Faust und der Stadt Staufen.

Mit Goethe und seiner Prägung während seiner Straßburger Zeit, mit dem Erwachen eines genialen Geistes und der Wirkung des Straßburger Münsters startete der dritte Tag.

Beginnend mit dem Europaviertel führte uns eine Stadtrundfahrt durch die Bezirke außerhalb der historischen Altstadt ( UNESCO Weltkulturerbe), vor allem durch das „ Wilhelminische Viertel“ (ebenfalls UNESCO Weltkulturerbe).

Unser Altstadtrundgang durch die Grande – Ile zeigte uns das romantische Straßburg, eine Metropole mit der Mischung deutscher, französischer, europäischer Merkmale und vor allem   elsässischer Lebensart.

Das Straßburger Münster mit seinem roten Buntsandstein, „ein Wunder, unermesslich und zierlich zugleich“, wie es Victor Hugo ausdrückte, ein Meisterwerk gotischer Baukunst , beeindruckte mit seiner Fülle harmonisierender Einzelheiten. Einen tiefen, andächtigen  Eindruck hinterließen die Glasfenster aus dem 13, – 14. Jahrhundert, die mit der gewaltigen Westrosette das Langhaus in bunte Farben tauchen.

Diese Fahrt machte deutlich, wir unterschiedlich die Lebensumstände innerhalb einer geringen räumlichen Distanz sich entwickelten: Das  Leben im Südschwarzwald war geprägt durch Begrenztheit, durch Kargheit, durch den  Kampf um eine materielle Lebensbasis. In direkter geografischer Nachbarschaft entwickelte sich in Badenweiler ein literarisch, kultureller Hotspot und in Straßburg die beeindruckende Pracht einer wohlhabenden Stadt, gekrönt durch das Liebfrauenmünster.

 

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