Kunst und Geschichtsverein in Arenenberg

Napoleonschloss Arenenberg und Otto Dix Haus in Gaienhofen

Das Ziel der Herbstausfahrt des Kunst- und Geschichtsvereins war jeweils ein  Thema aus dem Bereich der Geschichte und der Kunst .

Während der Anfahrt wurden die Teilnehmer über die Napoleonfamilie und ihr Leben im Exil am Bodensee ebenso über Otto Dix als Mensch, als Künstler und über sein Werk informiert.

Arenenberg erlangte seine historische Bedeutung als Exilsitz der vormaligen holländischen Königin Hortense de Beauharnais und ihres Sohnes Louis Napoleon, des späteren französischen Kaisers Napoleon III.

Mit differenzierten Informationen über die Details der Räumlickeiten und deren Bewohner taucht die Gruppe in die napoleonische Geschichte ein, deren  Repräsentanten auf den Gemälden die Wände sehr wirkungsvoll dominieren.

Die Besucher streifen durch die Salons mit ihrer Originalmöblierung, dekoriert mit geschmackvollen Kunstgegenständen aus der Zeit des Empire, in dem Gefühl, die kaiserlichen Bewohner wären nur mal kurz außer Haus.

Über eine Wendeltreppe vom zentralen Zeltsalon aus gelangt man von den Gemächern im Parterre mit dem dominierenden Speisesalon in die Schlafzimmer und die Arbeitszimmer der Königin und des späteren Napoleon III.

Der Besucher bekommt den Eindruck, dass das Leben in diesem behaglichen  Schloss, eingebettet in eine 12 Hektar großen Parkanlage im Stile eines englischen Landschaftsgartens oberhalb des Untersees mit herrlichem Blick auf die Insel Reichenau, das Leben im Exil für die kaiserliche Familie vermutlich ein Stück weit erträglich machte.

Zu einer beeindruckenden, fesselnden Kunsterfahrung mit einer tiefen Wirkung auf jeden Einzelnen unserer Gruppe gestaltet der mitreißende, kompetente Dix – Fachmann seine Führung durch die Räume,  das Leben, die Persönlichkeit des Menschen und Künstlers Otto Dix, seine Wandlungen und die seiner Werke.

Ausgehend von Otto Dix’s Zitat , “… Künstler sollen nicht bessern und bekehren. Sie sind viel zu gering. Nur bezeugen müssen sie”, werden wir an Werke der “Neuen Sachlichkeit” mit ihrem sozialkritischen, provokanten, schonungslosen Realismus herangeführt.

Bereits während der Busanreise lernten die Teilnehmer zwei Werke von Otto Dix kennen: “Der Streichholzhändler”( 1920 ), zu seinen “ Krüppelbildern” gehörend, in welchen er in einer drastischen, in Details zugespitzten Bildsprache die Brutalität und Folgen des Krieges anprangert, indem er einen verstümmelten Kriegsversehrten in den Mittelpunkt stellt, vor dem die Passanten verschreckt fliehen.

Dem zweiten Werk, das Triptychon “Die Großstadt”( 1927 / 28 ), das überzeichnete, typenhafte, statische, karikaturhafte Figuren darstellt, begegnen wir im Wohnhaus in seinem Originalformat. Diesen Figuren stellt Dix die drastischen, verstümmelten Kreaturen der Kriegsveteranen, außerhalb des gesellschaftliche Lebens existierend, entgegen.

Wir erfahren in seinen Werken die Entwicklung, die Widersprüche, die politischen und gesellschaftlichen Verwerfungen seiner Zeit und dass sich Otto Dix, auch in seiner künstlerischen Entwicklung, selbst immer treu blieb.

Nach einem Tag vielfältiger kultureller Eindrücke  ließen wir uns am Rande des Mündungsbereiches der Radolfzeller Aach in den Bodensee zum Abschied von einem imposanten Naturerlebnis der Vogelwelt mit einem Eisvogel als Hauptakteur faszinieren.

                                                

 

 

                                 

                              

 

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