„50 Städte – 50 Spuren“: Eine Ausstellung gegen das spurlose Vergessen: 4.2. – 4.3.2018

Klaudia Dietewich bei der Arbeit
Klaudia Dietewich: Spuren Geislingen

Der Kunst- und Geschichtsverein Geislingen eröffnet mit einer Wanderausstellung das Ausstellungsjahr

Vor 50 Jahren unterzeichneten die USA, die Sowjetunion und Großbritannien den Atomwaffensperrvertrag. Darauf nimmt die Wanderausstellung „50 Städte – 50 Spuren“ Bezug, mit der der Kunst- und Geschichtsverein Geislingen das Ausstellungsjahr 2018 im Alten Bau eröffnet. Gezeigt werden fotografische Arbeiten von der in Stuttgart lebenden Künstlerin Klaudia Dietewich.

Die Wanderausstellung ist Teil der internationalen Kunst- und Friedensprojektes „50 Städte – 50 Spuren; Eine Welt ohne Atomwaffen“. Träger sind die Stadt Hannover als Lead-City der deutschen Mayors for Peace, das Projektbüro 50 Städte – 50 Spuren in Stuttgart und die Friedenswerkstatt Mutlangen e.V. Geislingen ist die erste Station, es folgen unter anderen Hanau, Hannover, Essen, Ypern und im nächsten Jahr München, Frankfurt, Würzburg und Manchester.

Dazu passt die Arbeitsweise von Klaudia Dietewich. Sie fasst die Stadt als ein fast abstraktes Gebilde auf, in dem der Mensch seine rätselhaften Spuren zurückgelassen hat. Ihr Interesse gilt der subtilen Ästhetik von im Alltag entstandenen Relikten, die auf die eine oder andere Weise den Zustand unserer Welt spiegeln können. Wie eine Archäologin durchstreift sie urbane und industrielle Räume. Bei ihren Gängen durch die Städte der Welt fotografiert sie Farb- und Kaugummireste, Risse im Asphalt, Markierungen, Reifenabrieb, Ölpfützen, mit Plakatresten beklebte Wände, Graffiti und Kritzeleien. „Im Geflickten, Übersehenen und Vergessenen finde ich das eigentlich Schöne – und im allmählichen Verschwinden eine Parallele zur eigenen Existenz“, sagt sie.

Ihre Fotografien sind auf Aluminium-Dibond gedruckt. Dadurch gewinnt die Oberflächenstruktur der fotografierten Vorlage einen eigenen ästhetischen Reiz. Die 50 Aluminiumplatten sind alle 50 x 50 cm groß.

Klaudia Dietewich wurde 1959 in Freudenberg geboren, schloss an der Universität Siegen ein Studium zur Diplom-Sozialpädagogin ab und studierte an der Kunstakademie Trier. Mehrere mehrmonatige Projektreisen führten sie durch Europa und die ganze Welt. Sie ist Mitglied im Verein Bildender Künstler in Baden-Württemberg und lebt als freischaffende Künstlerin in Stuttgart.

Zum Konzept des Ausstellungsprojektes gehört es, dass die Bürgermeister der jeweiligen Stadt, in der die Ausstellung zu sehen ist, ein Statement abgeben. Das Statement von OB Frank Dehmer lautet: „Ich gehöre zum Glück zu einer Generation, die bislang keinen Krieg in Europa miterleben musste. Verschiedene Entwicklungen auf der Welt sind allerdings beängstigend. Es scheint, dass die Menschheit immer wieder dieselben Fehler machen möchte und nicht aus den Fehlern der Vergangenheit lernt. Wer sich mit den Atombombeneinsätzen in der Geschichte beschäftigt und die Folgen kennt, der kann sich nur dafür einsetzen, solche Waffen von unserer Erde zu verbannen“.

Die Eröffnung ist am Sonntag, 4. Feburar, um 11 Uhr im Alten Bau. Zur Begrüßung sprechen Oberbürgermeister Frank Dehmer und Roland Funk, Vorsitzender des Kunst- und Geschichtsvereins Geislingen. In die Ausstellung führt Dr. Raimund Menges ein, Leiter des Projektbüros „50 Städte – 50 Spuren“. Die Ausstellung geht bis zum 4. März, sie ist dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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