Großes Ölgemälde für das Museum im Alten Bau

Die Beschießung der Burg Helfenstein im Jahr 1552 ist das Motiv eines 1933 von Rudolf Staudenmaier geschaffenen Ölgemäldes. Das großformatige Gemälde übergab Carl Otto Maurer, Geschäftsführer von Druckerei und Verlag Maurer, jetzt dem Museum im Alten Bau.

Die Beschießung der Burg Helfenstein im Jahr 1552 ist das Motiv eines 1933 von Rolf Staudenmaier geschaffenen Ölgemäldes.

Das 80 cm hohe und 130 cm breite Bild zeigt große Ulmer Kanonen, die vom Felsvorsprung des Ödenturms auf das Schloss Helfenstein gerichtet sind. Die Rauchschwaden über der Burg lassen erkennen, dass sie bereits heftig unter Beschuss ist. Ursprünglich wurden die Ulmer Geschütze nördlich von Weiler auf die Burg gerichtet. Aber die Gegenwehr war so heftig, dass das Belagerungsgefecht zwei Tage lang unentschieden blieb. Erst nachdem die Ulmer weitere schwere Geschütze beim Ödenturm in Stellung brachten und so die Burg von zwei Seiten aus beschossen werden konnte, brach die Gegenwehr zusammen. Zahlreiche Stein- und Eisenkugeln unterschiedlichen Durchmessers befinden sich im Museum im Alten Bau, die bei den Ausgrabungen auf der Burgruine Helfenstein zutage gefördert wurde. Sie sind die archäologischen Zeugnisse dieser Belagerung von 1552.

Der Hintergrund war, dass der Markgraf Alkibiades von Brandenburg-Kulmbach die kaisertreue Reichsstadt Ulm im Frühjahr 1552 ohne Erfolg belagert hat. In der Karwoche 1552 ist dann eine markgräfliche Reitertruppe vor Geislingen gezogen und hat Durchlass erbeten. Dabei ergriff sie heimtückisch Besitz von der Stadt und zwang Vogt und Bürgermeister der Stadt unter Androhung der Brandschatzung von Geislingen, ihr die Burg Helfenstein zu öffnen. Erst im Sommer rückten dann die Ulmer an, um ihre eigene Festung zurück zu erobern.

Nach dreitägiger Beschießung der Burg ergaben sich die Markgräfler und durften nach Annahme der Friedensbedingungen abziehen. Die Burg Helfenstein war allerdings durch den Kanonenbeschuss so zerstört, dass ein Wiederaufbau der Festung den Ulmern zu teuer erschien. Zudem hatten die mittelalterlichen Burgen mit der Entwicklung immer mächtigerer Kanonen ihre militärische Funktion verloren. Folglich beschloss der Rat der Stadt Ulm, die Burgmauern zu schleifen und die brauchbaren Steinblöcke nach Ulm transportieren zu lassen, um das innerstädtische Bachbett der Blau zu fassen.

Das Gemälde zeigt aus romantischer Sichtweise diese ruinöse Beschießung der Festung. Es handelt sich dabei keineswegs um eine historisch getreue Darstellung. Die Entstehung des Bildes könnte im Zusammenhang mit den 1932 begonnenen systematischen Ausgrabungen auf dem Helfenstein stehen, die das Interesse der Öffentlichkeit an der Geschichte der Burg neu weckten. Näheres zur Persönlichkeit des Malers ist nicht bekannt. Stadtarchivar Hartmut Gruber freut sich über eventuelle Hinweise auf Rudolf Staudenmaier. Das Bild, das vermutlich seit 1933 im Besitz der Familie Maurer war und im Büro des kürzlich verstorbenen Carl Otto Maurer senior hing, wurde jetzt 465 Jahre nach der Beschießung der Burg dem Kunst- und Geschichtsverein Geislingen für das Museum übereignet.

Der Kunst- und Geschichtsverein bedankt sich herzlich bei der Familie Maurer für die Schenkung des Bildes.

 

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