Ausstellung im Alten Bau in Geislingen gibt Einblicke in das Leben in China

Die Ausstellung „Modes of  the Chinese“ im Alten Bau in Geislingen zeigt Bilder  chinesischer Künstler, deren Werke erstmals in Deutschland zu sehen sind.

Foto: Markus Sontheimer
Foto: Markus Sontheimer
„Modes of the Chinese“: Die Ausstellung im Alten Bau beleuchtet das Leben in China aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Eine Delegation chinesischer Künstler ist zurzeit in Geislingen zu Gast. Sie sind Künstler und Professoren der Academy of Fine Arts in Tianjin. Ein Ausschnitt aus ihrem Schaffen ist ab dem morgigen Sonntag, dem 25. September, in der Städtischen Galerie im Alten Bau zu sehen. Der Titel der Ausstellung: Modes of the Chinese.

„Jeder der Künstler hat seine eigene Sprache und Haltung“, erläutert Professor Jiang Lu, der ehemalige Präsident der Tianjin Academy of Fine Arts. Lus langjährige Kooperation mit Professor Ulrich Klieber, dem aus Göppingen stammenden, ehemaligen Rektor der Hochschule für Kunst und Design in Halle, ermöglichte dem Geislinger Kunst- und Geschichtsverein diese besondere Ausstellung.

Neun Künstler sind mit insgesamt 40 Exponaten in der Ausstellung vertreten. Zu sehen sind außer Werken auf Papier und chinesischer Malerei auch Fotografien, Seidensiebdrucke sowie digitale Drucke. „Die Künstler haben Werke ausgewählt, mit denen sie besonders zufrieden sind“, sagt Lu. Und noch ein Faktor spielte eine Rolle: Wegen des weiten Wegs von China nach Deutschland wurden vorwiegend kleinformatige Werke ausgewählt. „Irgendwann kam ein großes Paket aus China voller Kunst bei uns an“, erzählt Ulrich Klieber. Teilweise trafen die Exponate allerdings auch mit den Künstlern selbst ein  – verstaut in einer Rolle unter dem Arm.

Die Werke zeigen, wie Menschen in China leben – dargestellt aus unterschiedlichen Blickwinkeln, im jeweils eigenen, unverkennbaren Stil. Dem Thema Tibet etwa nähern sich zwei der Künstler auf völlig unterschiedliche Weise an: Das Tibet in Chang Gongs Bild „The Potala Palace“ etwa erscheint farbenfroh und fern – eine träumerische Landschaft, entsprungen aus der Vorstellungskraft des Künstlers. He Yuandong dagegen geht mit seinen Darstellungen, die tibetanische Hirten mit ihren Tieren zeigen, ganz nah heran: Alle Einzelheiten bis hin zur Gewandfalte erscheinen das Ergebnis genauer Beobachtung zu sein. Diese unterschiedlichen Herangehensweisen sind im Alten Bau nun Seite an Seite zu bewundern. „Wie Blumen in einem Garten“, meint Jiang Lu.

Gemeinsam ist allen Werken die tiefe Verwurzelung in der Tradition der chinesischen Malerei, sagt Jiang Lu. Oft wird mit Tusche auf chinesischem Papier, das besonders saugfähig ist, gearbeitet. Die spezielle Art, auf welche die Tusche auf dem Papier zerfließt, trägt zum charakteristischen Erscheinungsbild dieser Arbeiten bei. „Die Tinte wird aufgesaugt und Teil des Papiers. Das Bild ist im Papier“, führt Lu aus: „In der westlichen Maltradition dagegen ist das Bild auf dem Papier.“ In dieser traditionellen Maltechnik spiegele sich die chinesische Denkweise wider: Die Tinte ist nicht zu kontrollieren, sie kann viele Wege und Richtungen einschlagen. Den einen richtigen, geraden Weg gibt es nicht.

Info Die Ausstellung beginnt morgen um 11 Uhr mit einer Vernissage, bei der ein Großteil der Künstler anwesend ist. Werner Dannemann und der Chinesisch-Deutsche Kulturverein Göppingen umrahmen die Veranstaltung musikalisch.

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